Bericht des Vizepräsidenten Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport an den Verbandstag des Landesschwimmverbandes Brandenburg |
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Mit der Schaffung eines eigenständigen Fachgebietes Breiten-, Freizeit- und Gesundheits-sport, in anderen Landesschwimmverbänden längst fester Bestandteil, wurde der gewachsenen Bedeutung auch in Brandenburg Rechnung getragen. Erklärtes Ziel war es, die Arbeit in den Übungs- und Trainingsgruppen zu qualifizieren, das vorhandene Angebot zu erweitern und damit die Vereins- und Mitgliederentwicklung zu unterstützen. Dazu war es zunächst erforderlich, entsprechende Strukturen zu schaffen und diese personell zu untersetzen.
Für den LSB-BB wurde dieses große Fachgebiet in 2 Bereiche mit je 3 Sparten gegliedert, die jeweils von einem gewählten Sportfreund verantwortlich geleitet werden sollten:
Wettkampforientiert:
Freiwasserschwimmen
Hallenveranstaltungen
Senioren / Masters
Nicht wettkampforientiert:
Anfängerschwimmen
Allg. Schwimm- u. Sportgruppen
Gesundheitssport
Der wettkampforientierte Bereich, traditionell auch in den Vereinen stark vertreten, wurde von den Sportfreunden Joachim Marrack, Wilfried Brunzel und Henning Hanschmann betreut. Für ihre engagierte und zuverlässige Arbeit möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken.
Besonders erfolgreich waren, wie schon in den vergangenen Jahren, auch in dieser Legislaturperiode unsere Masters. Bei der Weltmeisterschaft in Riccione Italien errang Christel Schulz (Rathenow) 2 WM-Titel, je einmal Silber und Bronze. Dabei erzielte sie über 50m Freistil einen neuen Weltrekord und gehörte zu den erfolgreichsten Teilnehmern der WM. Uwe Kussatz (Brandenburg) platzierte sich 6x unter den besten Zehn und erzielte 3x die beste deutsche Leistung in seiner Altersklasse.
Erwähnenswert auch die Landesmeisterschaften der Senioren/Masters 2004 in Brandenburg. Dem Veranstalter ist ein erfolgreicher Neubeginn gelungen, der von den kommunalen Mandatsträgern und den Aktiven sehr positiv eingeschätzt wurde, zumal sich diese Veranstaltung finanziell selbst trägt. Ein Wermutstropfen war lediglich die geringe Teilnahme von Aktiven aus dem Land Brandenburg.
Positives zu berichten gibt es auch aus dem Freiwasser-Bereich. Obwohl die Zahl der Aktiven noch sehr überschaubar ist, die Tendenz geht eindeutig nach oben. Immer mehr "Kachelzähler" nehmen das Langstreckenschwimmen als willkommene Ergänzung und Ausgleich in ihr Trainings- und Wettkampfprogramm auf. Die steigenden Teilnehmerzahlen bei den Freiwasserveranstaltungen weisen ebenfalls darauf hin. Von besonderem Interesse waren dabei das Brückenschwimmen in Brandenburg, das Wusterwitzer und das Spandauer Volksschwimmen.
Um in den kommenden Jahren in diesem wichtigen Bereich noch weiter voranzukommen, sollte über Vorschläge und Anregungen, die von unseren führenden Vereinen kommen, KSC Straußberg, Wasserfreunde Brandenburg, nachgedacht werden:
Gezielte Suche nach talentierten Jugendlichen für das Langstreckenschwimmen in unseren Vereinen. Ein gutes Beispiel ist der 11. Platz von Maik Schulz bei den JEM Freiwasserschwimmen in diesem Jahr.
Nutzung des Freiwassertrainings in den Sommermonaten, gerade in den Zeiten der Schwimmhallenschließungen. Das könnte auch eine Möglichkeiten sein, um neue Interessenten für das anspruchsvolle Freiwasserschwimmen zu gewinnen.
Suche nach einem Ausrichter von Landesmeisterschaften im Langstreckenschwimmen, eventuell mit Berlin zusammen.
Ausschreibung einer eigenen Pokalwertung im LSV-BB mit dem Titel Landesmeister oder Pokalsieger, in Anlehnung an den bereits bestehenden Deutschlandpokal.
Aufnahme der Aqua-Running-Bewegung in das Wettkampfprogramm.
Der KSC Straußberg hat für 2005 wieder die Ausrichtung der Deutschen Langstrecken-meisterschaften erhalten. Um diese Veranstaltung zu einem Höhepunkt für den Landesverband werden zu lassen, sollte der Ausrichter alle notwendige Unterstützung erhalten.
Eine Traditionsveranstaltung, die sich zunehmender Resonanz auch über die Landesgrenzen hinaus erfreut, ist das so genannte "Swim & Bike". Dem Veranstalter, Eberswalder Schwimmverein e.V., ist eine Bereicherung des Wettkampfangebotes gelungen, für die ihm ausdrücklich gedankt werden soll, zumal sie diesen aufwendigen Wettkampf mit eigenen Kräften und Mitteln bestreiten.
Nicht so spektakulär sind die Erfolge im nicht wettkampforientierten Bereich, obwohl dieser das größte Potential für die so wichtige Mitgliedergewinnung in den Vereinen enthält. Das gilt besonders für den Gesundheitssport.
Mit der neuen gesetzlichen Verpflichtung der Krankenkassen, präventives Verhalten ihrer Mitglieder zu belohnen, entstehen nämlich Gestaltungsspielräume, in denen der Sportverein eine Aufwertung erfährt.
Seit dem 1. Januar 2004 haben die Krankenkassen die Möglichkeit, neben Zusatztarifen, Beitragsrückerstattungen und Selbstbehalten ihren Mitgliedern auch sogenannte "Bonusmodelle" anzubieten. Neben der Belohnung von Früherkennungsmaßnahmen und Schutzimpfungen werden auch präventive Bewegungsaktivitäten honoriert. So gibt es beim "Bonus für gesundheitsförderliches Verhalten" die Möglichkeit, durch Teilnahme an qualitätsgeprüften Gesundheitskursen, die auch eine Anerkennung im Rahmen der Primärprävention erhalten haben (SPORT PRO GESUNDHEIT), finanziell zu profitieren.
In der Regel kann der Teilnehmer bzw. die Teilnehmerin hier doppelt punkten:
Erstens durch den Zuschuss zu den Kursgebühren (80 - 100%).
Zweitens durch zusätzliche Bonuspunkte.
Von besonderem Interesse für unsere Vereine sollte daher der Aufbau von Kursen zum Gesundheitssport sein. Voraussetzung ist die Erlangung des Qualitätssiegels SPORT PRO GESUNDHEIT, das vom Deutschen Sportbund in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelt wurde mit dem Ziel, eine hohe Qualität für Angebote zum Gesundheitssport im Verein nach gemeinsamen verbindlichen Grundsätzen sicherzustellen.
Die ersten Schritte auf diesem Wege wurden getan, die Ausbildung von C-Trainern Breiten-sport mit der Spezialisierung Gesundheitssport im Jahre 2003. Dank der Initiative von Petra Klein und Frauke Hesse existieren in Eberswalde bereits 3 Übungsgruppen, die großes Interesse und Zuspruch genießen. Weitere Vereine müssten folgen und in der Perspektive auch das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT erwerben.
Für das Anfängerschwimmen, in den Vereinen stark gefragt, konnten noch keine entscheidenden Impulse gesetzt werden. Bis auf eine Weiterbildung, die im September 2004 durchgeführt wurde und auch nur wenig Resonanz fand, gab es keine Aktivitäten. Das lag vor allem daran, dass sich niemand in den Vereinen fand, der diesen Bereich leitete.
Damit sind auch schon die Reserven für die zukünftige Arbeit aufgezeigt. Den nicht wettkampforientierten Bereich, hier vor allem den Gesundheitssport, gilt es weiter zu entwickeln, da hier das größte Potential liegt, neue Mitglieder zu gewinnen ohne die begrenzte Schwimmhallenkapazität zu beanspruchen. Dazu müssen die Vereine verstärkt für diese Herausforderung sensibilisiert werden und auch Sportfreunde finden, die bereit sind, in den Fachausschüssen aktiv mitzuarbeiten.
Dr. Wolfgang Thielscher
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